🐾❤️ Benny während der Bauphase – unser Eventpfotenmanager war auch bei der Entwicklung des MayrHauses immer mit dabei.
Wie aus einer alten Gaststätte das MayrHaus wurde
Ein ehemaliger Landgasthof, eine neue Vision und ein Weg, der deutlich schwieriger wurde als geplant.

Ein Haus mit Geschichte
Manche Gebäude sind einfach alt.
Andere erzählen ihre Geschichte noch lange, nachdem sich ihre ursprüngliche Nutzung verändert hat.
Das ehemalige Gasthaus „Zur Kastanie“ in Pfiffelbach gehört für uns zur zweiten Kategorie.
Über viele Jahre war der Landgasthof ein wichtiger Treffpunkt im Ort. Hier traf man sich zum regelmäßigen Stammtisch, kam zum Essen zusammen und ließ sich von der Küche mit Thüringer Gerichten versorgen. Vereine aus der Region nutzten die Räumlichkeiten, Veranstaltungen fanden statt und Menschen aus der Gemeinde kamen zusammen.
Es war ein typischer ländlicher Treffpunkt – ein Ort, an dem man sich begegnete.
Als wir das Gebäude kennenlernten, war diese Zeit bereits vorbei. Der Landgasthof war in die Jahre gekommen und entsprach in vielen Bereichen noch dem Stand früherer Jahrzehnte.
Doch genau darin lag für uns nicht nur eine Herausforderung.
Es lag auch eine Chance.
Denn hinter den Wänden, Türen, Böden und Räumen steckte etwas, das man nicht neu bauen kann:
Geschichte.
Die Idee begann schon vor dem Gebäude
Die Geschichte des MayrHauses beginnt deshalb nicht erst mit dem Kauf der Immobilie.
Die ersten Überlegungen entstanden bereits 2019 und 2020.
Uns beschäftigte zunehmend die Frage, was mit vielen älteren Immobilien im ländlichen Raum passiert.
Gebäude, die über Jahrzehnte Teil des örtlichen Lebens waren, verlieren ihre Funktion. Manche stehen leer, andere werden aufgegeben. Und irgendwann verschwindet damit nicht nur ein Gebäude, sondern auch ein Stück Erinnerung.
Wir wollten unsere privaten Mittel sinnvoll investieren – aber nicht einfach in irgendeine Immobilie.
Die Idee war, etwas zu erhalten, das bereits eine Bedeutung hatte, und ihm gleichzeitig eine neue Zukunft zu geben.
So entstand 2020 und 2021 Schritt für Schritt das Konzept, aus einer bestehenden Immobilie einen besonderen Veranstaltungsort zu entwickeln.
Dann kam die Corona-Pandemie.
Als die Suche schwieriger wurde
Die konzeptionellen Vorbereitungen waren zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend abgeschlossen. Wir begannen deshalb, regional nach einem passenden Objekt zu suchen.
Mitte 2022 wurden wir schließlich auf die Immobilie in Pfiffelbach aufmerksam.
Doch die Rahmenbedingungen waren alles andere als einfach.
Die Corona-Pandemie hatte die gesamte Baubranche verändert. Materialpreise stiegen teilweise innerhalb kürzester Zeit erheblich, Sanierungsleistungen wurden teurer und ursprüngliche Kalkulationen mussten immer wieder angepasst werden.
Was bei der Planung zunächst noch realistisch erschien, veränderte sich plötzlich.
Das betraf praktisch alle Gewerke.
Damit wurde auch die Frage immer dringlicher, ob sich das gesamte Vorhaben unter den neuen Bedingungen überhaupt noch wie geplant umsetzen ließ.
Gleichzeitig veränderten sich auch die finanziellen Rahmenbedingungen. Die damalige Situation rund um Negativzinsen führte dazu, dass vorhandene Mittel nicht mehr so eingesetzt werden konnten, wie ursprünglich gedacht.
Statt das Geld unter diesen Bedingungen bei der Bank liegen zu lassen, wollten wir es in ein reales Projekt und in die Region investieren.
Und dann war da dieses Gebäude.
Ein Landgasthof wird zur Chance
Bei der ersten intensiveren Beschäftigung mit dem ehemaligen Landgasthof war schnell klar, dass das Haus seine besten Zeiten zunächst hinter sich hatte.
Dabei soll das ausdrücklich keine Bewertung der früheren Eigentümer sein. Sie befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg in den Ruhestand und hatten das Gebäude über viele Jahre geführt.
Das Haus selbst war schlicht ein Gebäude, das in einer ruhigen ländlichen Region über die Jahrzehnte gewachsen war und irgendwann an den Punkt gekommen war, an dem eine neue Perspektive notwendig wurde.
Für uns passte genau diese Kombination.
Die Lage.
Das Gebäude.
Die Geschichte.
Und die Möglichkeit, daraus etwas Neues zu entwickeln.
Herr Mayr war von dem Objekt ohnehin sofort begeistert.
Aus den Gesprächen mit dem zuständigen Immobilienmakler wurde schließlich ein konkretes Vorhaben.
Am 20. Dezember 2022 wurde die Immobilie gekauft.
Damit begann die nächste und wahrscheinlich arbeitsintensivste Phase der Geschichte.
🐾 Einer war von Anfang an dabei
Ein Mitglied des MayrHaus-Teams darf in dieser Geschichte nicht fehlen.
Benny.
Unser Jack Russell Terrier war bereits bei der Entstehung des Projekts dabei. Beim Hauskauf, bei den Arbeiten, bei Gesprächen und natürlich bei den vielen kleinen Pausen zwischendurch.
Eigentlich war Benny überall.
Wenn am Morgen gemeinsam gefrühstückt wurde, war er nicht weit entfernt. Wenn Besucher auf das Gelände kamen, gehörte es für ihn selbstverständlich dazu, sie persönlich in Empfang zu nehmen. Und wenn die Stimmung nach langen Arbeitstagen einmal etwas angespannter war, hatte Benny seine ganz eigene Art, für gute Laune zu sorgen.
Er war dabei nicht einfach nur ein Hund, der mit auf dem Grundstück war.
Für uns gehörte er zum Projekt.
Deshalb entstand schon früh der Gedanke, dass Benny einmal das Maskottchen des MayrHauses werden sollte.
Der Titel „Eventpfotenmanager“ war natürlich mit einem Augenzwinkern gemeint – und trotzdem passte er irgendwie zu ihm. Benny war bei vielen Dingen dabei, begrüßte Menschen, begleitete uns durch die Bauphase und war ein fester Bestandteil unseres Alltags rund um das MayrHaus.
Am 13. Dezember 2025 ist Benny unerwartet verstorben.
Damit hat das MayrHaus nicht nur einen tierischen Begleiter verloren.
Wir haben einen Freund verloren.
Einen Teil der Geschichte dieses Hauses.
Und einen kleinen Mitarbeiter, der zwar nie einen Arbeitsvertrag gebraucht hätte, aber trotzdem seinen festen Platz im Team hatte.
Benny konnte den Start des MayrHauses noch erleben. Er war dabei, als aus einer Idee langsam Realität wurde, und er gehörte zu denen, die dieses Projekt von Anfang an begleitet haben.
Sein Platz im MayrHaus-Team bleibt deshalb bestehen.
Damit auch seine Geschichte weitergeschrieben wird.
Zwei Menschen und ein Mammutprojekt
Von außen betrachtet klingt „einen alten Landgasthof zu einer Eventlocation entwickeln“ vielleicht nach einem klassischen Bauprojekt.
In der Realität war es wesentlich mehr.
Von der Konzeption über die Planung und Organisation bis zur Sanierung musste nahezu jeder Bereich selbst begleitet und koordiniert werden.
Bauaufsicht.
Organisation.
Reinigung.
Handwerkliche Arbeiten.
Technik.
Programmierung.
Marketing.
Gestaltung.
Kommunikation.
Und all die vielen kleinen Aufgaben, die bei einem solchen Projekt niemand auf dem ersten Plan sieht.
Man hat plötzlich das Gefühl, gleichzeitig mehrere Dutzend Arbeitsplätze auszufüllen.
Und das mit zwei Menschen.
Die Herausforderungen waren entsprechend groß.
Die Corona-Pandemie hatte die Kosten verändert. Das Projekt hatte ein festgesetztes Gesamtbudget.
Viele Entscheidungen mussten deshalb immer wieder hinterfragt werden.
Was kann umgesetzt werden?
Was muss verändert werden?
Was kann warten?
Und wo muss eine ursprünglich geplante Lösung durch eine andere ersetzt werden?
Trotzdem ging das Projekt weiter.
Alt bewahren, neu nutzen
Eine der wichtigsten Entscheidungen war dabei von Anfang an klar:
Das Gebäude sollte seine Identität nicht verlieren.
Wir wollten aus dem ehemaligen Landgasthof keinen beliebigen Neubau machen.
Vielmehr sollte möglichst viel von dem erhalten bleiben, was den Charakter des Hauses ausmacht.
Der alte Festsaal beispielsweise behielt seinen originalen Fischgrätenparkettboden.
Auch der Vorsaal sollte seinen Charakter bewahren.
Besonders wichtig war das Foyer mit der Y-Treppe zum Obergeschoss. Die Treppe selbst sollte vollständig erhalten bleiben – ebenso das handgeschmiedete Geländer, das noch die handwerkliche Arbeit vergangener Zeiten sichtbar macht.
Heute kann genau diese Treppe wieder Teil neuer Geschichten werden.
Als Hintergrund für Porträts.
Für Erinnerungsfotos.
Oder einfach als eines der Details, die das MayrHaus unverwechselbar machen.
Auch alte Türen wurden, wo es möglich war, erhalten.
Historische Möbel und Requisiten fanden ebenfalls ihren Platz. Dazu gehören beispielsweise eine alte Konsumwaage oder Kartoffelwaagen.
Selbst vorhandener Gewölbestuck wurde bewahrt.
Das Prinzip war dabei einfach:
Nicht alles Alte musste verschwinden, damit etwas Neues entstehen konnte.
Sanieren statt neu erfinden
Natürlich konnte ein Gebäude, das künftig als moderne Eventlocation genutzt werden sollte, nicht einfach unverändert bleiben.
Die technische Substanz musste erneuert und an die neue Nutzung angepasst werden.
Das Dach wurde erneuert.
Die Fassade wurde saniert.
Die Elektrik wurde vollständig erneuert.
Fußböden wurden dort erneuert, wo es notwendig war.
Hinzu kam ein autarkes Solarkraftwerk mit Nachtspeicher.
Gleichzeitig wurden Wände neu gestaltet, Räume modernisiert und die einzelnen Bereiche entsprechend ihrer zukünftigen Aufgaben entwickelt.
Dabei wurde möglichst wenig baulich verändert.
Statt die vorhandene Struktur komplett neu zu planen, bekamen die Räume eine neue Funktion.
Der frühere Landgasthof wurde damit nicht ausgelöscht.
Er wurde neu interpretiert.
Aus vorhandenen Räumen entstand ein Veranstaltungsort, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.
Auch die Behörden waren Teil des Prozesses
Bei einem solchen Vorhaben reicht es natürlich nicht, eine gute Idee zu haben.
Die neue Nutzung muss auch rechtlich und baulich funktionieren.
Deshalb fanden im Verlauf der Entwicklung auch Gespräche direkt vor Ort mit den zuständigen Stellen und dem Bauamt statt.
Es ging darum, die neue Nutzung mit den bestehenden Gegebenheiten in Einklang zu bringen und gleichzeitig den Charakter des Gebäudes soweit wie möglich zu bewahren.
Auch von Seiten der Gemeinde wurde die neue Perspektive für das Gebäude positiv aufgenommen.
Denn aus einem früheren Dorfzentrum sollte kein vergessener Ort werden.
Das Haus sollte wieder eine Funktion bekommen.
Als wir eigentlich fast am Ziel waren
Die Sanierung schritt weiter voran.
Die wichtigsten Phasen waren irgendwann abgeschlossen. Die Vorstellung, die Türen des neuen MayrHauses bald öffnen zu können, wurde greifbar.
Nach Jahren der Planung und Arbeit war das Ziel plötzlich nicht mehr weit entfernt.
Und dann kam der Sturm.
Nur kurze Zeit nach der Fertigstellung der entscheidenden Sanierungsarbeiten wurde das Gebäude von einem schweren Sturm getroffen.
Es kam zu erheblichen Schäden und in der Folge zu einem massiven Wassereintritt.
Damit begann eine völlig neue Phase des Projekts.
Aus der ohnehin schwierigen Entwicklung einer Eventlocation wurde plötzlich ein Kampf mit Schäden, Verzögerungen, Versicherungsfragen und juristischen Herausforderungen.
Vieles, was eigentlich bereits abgeschlossen schien, musste erneut betrachtet werden.
Und vor allem kostete der Schaden etwas, das sich nicht zurückholen lässt:
Zeit.
Zeit, die eigentlich für den Start des MayrHauses vorgesehen war.
Auch finanziell hinterließ der Sturm tiefe Spuren. Gemeinsam mit den bereits durch die Pandemie gestiegenen Kosten entstand eine Situation, in der ursprüngliche Planungen und Vorhaben erneut überprüft werden mussten.
Manche Dinge wurden verändert.
Andere mussten zurückgestellt werden.
Und das besonders Schwierige daran war:
Wir standen eigentlich schon kurz vor dem Ziel.
Der zweite Anlauf
Nach dem Sturmschaden begann deshalb nicht einfach die Fortsetzung der ursprünglichen Planung.
Es war in gewisser Weise ein zweiter Anlauf.
Wieder musste repariert, organisiert, entschieden und aufgebaut werden.
Wieder kostete das Projekt Zeit und Kraft.
Doch die grundsätzliche Idee blieb bestehen.
Das ehemalige Gasthaus sollte eine neue Zukunft bekommen.
Am 12. Mai 2025 war es schließlich soweit:
Das MayrHaus öffnete offiziell für Veranstaltungen.
Aus der ehemaligen „Kastanie“ war eine neue Eventlocation geworden.
Nicht als völliger Bruch mit der Vergangenheit.
Sondern als deren Weiterentwicklung.
Ein neuer Ort mit einer alten Seele
Heute können im MayrHaus ganz unterschiedliche Veranstaltungen stattfinden.
Hochzeiten.
Private Feiern.
Firmenveranstaltungen.
Workshops.
Besondere Eventformate.
Gaming-Veranstaltungen.
Was diese Veranstaltungen miteinander verbindet, ist nicht ein bestimmter Stil.
Es ist der Ort.
Das ländliche Umfeld.
Die Atmosphäre.
Die Geschichte des Gebäudes.
Und die Möglichkeit, Veranstaltungen individuell zu gestalten.
Auch das Servicekonzept folgt diesem Gedanken.
Vom servicefreien Veranstalten bis zum Full-Service können unterschiedliche Formen der Unterstützung gewählt werden.
Das MayrHaus soll dabei kein Ort sein, der einem Veranstalter ein fertiges Schema vorgibt.
Es soll ein Ort sein, der Möglichkeiten schafft.
Die vielleicht schönste Erfahrung kam aus dem Dorf
Eine der schönsten Erfahrungen während der gesamten Entwicklung hatte allerdings nichts mit Bauarbeiten, Technik oder Planung zu tun.
Es waren die Menschen vor Ort.
Die Gemeindeverwaltung, der Bürgermeister, Nachbarn, Unternehmer, Freunde und Bekannte begegneten dem Projekt offen und freundlich.
Bei einem herzhaften Frühstück wurden wir vom damaligen Bürgermeister Uwe Grebe aus Pfiffelbach begrüßt.
Mit Nachbarn und Unternehmern aus der Umgebung entstanden Gespräche.
Und während der Sanierungsarbeiten kamen Menschen immer wieder direkt auf uns zu.
Manche wollten einfach wissen, was aus dem Gebäude wird.
Andere erzählten Geschichten.
Geschichten über die frühere „Kastanie“.
Über Veranstaltungen.
Über Menschen, die dort ein- und ausgingen.
Über Erinnerungen, die teilweise Jahrzehnte zurückreichten.
Für uns waren diese Begegnungen besonders wertvoll.
Denn sie machten deutlich:
Wir hatten nicht einfach eine Immobilie gekauft.
Wir waren Teil einer Geschichte geworden, die bereits lange vor uns begonnen hatte.
Ein Haus schreibt seine Geschichte weiter
Das MayrHaus befindet sich auch heute noch in einer Aufbauphase.
Die Eröffnung war kein Endpunkt.
Sie war der Beginn des nächsten Kapitels.
Die Vision dahinter ist weiterhin, ländlichen oder in Vergessenheit geratenen Immobilien eine neue Funktion zu geben und sie wieder stärker mit ihrem Umfeld zu verbinden.
Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit zu romantisieren.
Und auch nicht darum, alles Alte um jeden Preis zu bewahren.
Es geht darum, herauszufinden, was erhaltenswert ist und wie daraus etwas Neues entstehen kann.
Beim ehemaligen Landgasthof „Zur Kastanie“ waren es viele kleine und große Dinge.
Der alte Festsaal.
Der Fischgrätenparkett.
Die Y-Treppe.
Das handgeschmiedete Geländer.
Alte Türen.
Möbel und Requisiten.
Der Gewölbestuck.
Aber auch die Erinnerung daran, dass dieses Haus einmal ein Treffpunkt der Gemeinde war.
Heute kommen wieder Menschen zusammen.
Nur aus anderen Gründen.
Sie feiern Hochzeit.
Veranstalten ein Firmenevent.
Treffen sich zu einem Workshop.
Organisieren eine Gaming-Veranstaltung.
Oder verbringen gemeinsam einen besonderen Tag.
Und zu dieser Geschichte gehören auch diejenigen, die uns auf diesem Weg begleitet haben – Menschen aus dem Dorf, Freunde, Unterstützer und Benny, unser kleiner Eventpfotenmanager, der lange Zeit ganz selbstverständlich zum MayrHaus gehörte.
Vielleicht ist genau darin die eigentliche Verbindung zwischen früher und heute.
Der Zweck des Hauses hat sich verändert.
Seine Bedeutung als Ort der Begegnung darf bleiben.
Und so ist die Geschichte der ehemaligen „Kastanie“ nicht zu Ende.
Sie wird im MayrHaus einfach weitergeschrieben.
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